Alles in meinem Körper sträubt sich. Das bin nicht ich, das bin nicht ich. Lass das nicht mich sein.

fear took over my life

Nachdem wir den 4-Seiten-langen Text aufmerksam durchgelesen haben, fängt meine Lehrerin unsere Aufmerksamkeit wieder ein. "Vielleicht haben Sie schon gemerkt, wie man sich in manchen unserer Texte wiederfindet und seine Kindheit analysieren kann. Ich bitte sie, gehen sie jetzt aber nicht zu ihren Eltern und halten es ihnen unter die Nase, nach dem Motto 'Der Fehler lag in meiner Kindheit!'" Leises Gelächter kommt in der Klasse auf, obwohl ich das Thema gar nicht zum Lachen finde. Meine Lehrerin dafür umso mehr. Katha dreht sich zu Kira um, die gerade meinte, sie wäre nun also tatsächlich ein Psycho. "Kira, lass mal in die Klapse einweisen lassen" "Ach, du auch der unsichere Beziehungstyp?" "Und wie!"

    - "Die unsichere- ambivalente Bindung: Sie sehnen sich nach Nähe, doch wenn sie entsteht, können sie diese oftmals nicht ertragen. Häufig leiden sie unter seelischen und körperlichen Beschwerden. Psychische Sicherheit bereihert das Leben, Psychische Unsicherheit schränkt es ein. Menschen, die nicht über diese Sicherheit verfügen, haben es in ihrem Leben schwerer, vor allem in ihren Beziehungen zu anderen. Die frühen Bindungserfahrungen beeinflussen die spätere Gesundheit auf fundamentale Art und Weise. Sie beeinflussen die Beziehungsfähigkeit und Stressresistenz eines Menschen. Macht das Kind in diesem Zeitraum keine positiven Erfahrungen mit der bemutternden Person, dann kann das unter Umständen fatale Folgen haben. Das Bindungssystem, das sich in den ersten Jahren entwickelt, bleibt während dem ganzen Leben aktiv. Ein bindungssicheres Kind kann im Laufe seines Lebens unsicher im Hinblick auf die Verlässlichkeit von Bindungen werden, wenn es in seinem Leben viele Enttäuschungen machen muss"

Ich stehe auf, gehe aus der Klasse. Ich renne zur Toilette, meine Tränen kann ich nur mühsam unterdrücken.
Psycho. Psycho. Psycho. Immer wieder schallt dieses Wort durch meinen Kopf. Reden macht es nicht besser. Reden hilft gar nichts.

I'm ready to give up.






die arme sind aufgekratzt
alles schmerzt, die haut ist ein bisschen offen. ich breche auf dem teppich zusammen und plötzlich liegt dieses messer neben mir
in einer sekunde könnte alles vorbei sein

let me be myself - for a while

wieso kann ich nicht einfach stabil sein? emotional stabil, meine ich. Da komm ich aus dem Unterricht und sehe, dass Kathi angerufen hat. Ich ruf zurück, hab mich total gefreut, wie immer. Und dann sagt sie 'Oh, das war nicht extra' Ich lass mir nichts anmerken 'Achso, okay, tut mir leid' 'kein ding, okay, dann bis morgen' Und sofort kommen die Tränen. was ist nur aus mir geworden? ich bin ein monster. ein monster, was heult und verdammt nochmal keine kontrolle über seine gefühle hat. ich bin alleine, immer alleine. ich chill einfach die nächsten pausen auf'm klo. wer braucht mich, keiner. heute nach der spanischklausur war ich schnell auf klo, weil ihc gemerkt hab, wie die tränen kamen, weil ich so versagt hab. ich saß da, nägel in den arm, tränen unterdrückt, nicht geschafft und geweint, geweint, geweint. alles weggewischt, neu geschminkt und wieder zu den anderen gekommen. niemand hat was gemerkt. niemand.
Nein, ich will nicht, dass jemand was dazu sagt. Keine ahnung, warum ich das hier poste, aber ich hab keinen zum reden, opfer haha. nein, ich will keine aufmerksamkeit. nein, ich will keine zustimmung. ich will einfach nur weinen. lasst mich weinen, den schmerz rausweinen, dann ist es gut.
ich will mir nichts antun. ich will nicht. ich kann nicht.




wie alleine die stimme der person, die du liebst deinen tag verändern kann, ist unfassbar.
geh niemals wieder weg, bitte.